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Du bist mittlerweile seit 11 Jahren in verschiedenen
Bereich erfolgreich im Musikgeschäft. Einmal
als Produzent, andererseits als DJ. Wie hat
sich die Musikszene, besonders im Dancebereich,
verändert?
ATB: Ich bin ja nicht seit 11 Jahren
extrem erfolgreich. Das ging Stufe für
Stufe und ich muss sagen, ich bin froh darüber,
dass es nicht direkt von 0 auf 100 ging, sondern
dass ich mich hochgearbeitet habe. In dieser
langen Zeit erlebt man natürlich auch eine
Menge Veränderungen in der Dance-Musik.
Die Musik ist mal schneller gewesen, dann ist
sie wieder langsamer geworden, dann housiger,
dann tranciger. Man durchlebt ja alles, aber
so eine Krise, wie wir sie zur Zeit haben, so
was hatten wir selten und nun heißt es
halt, zu überleben und die Fahne oben zu
halten. Die Karten werden jetzt neu gemischt
und man darf gespannt sein, wie die Zukunft
der Dance-Musik aussieht.
Von "9 P.M. (Till I Come)" bis
"Ecstasy" - wie hast Du Dich soundmäßig
entwickelt? Was macht den ATB-Sound aus?
ATB: Es was ja schon so, dass immer,
nachdem ich einen Hit hatte, die Kritiker ganz
schnell da waren und gemeint haben, das wäre
eine Eintagsfliege. Aber ich habe denen immer
wieder irgendwie bewiesen, dass ich wandelbar
bin wie ein Camäleon, zum Beispiel der
Wechsel von instrumentalen zu gesanglichen Tracks.
Am Wichtigsten war mir immer, dass ich zwar
verschieden klinge, aber trotzdem eine gewisse
Note zu erkennen ist. Was genau meine Note ist,
kann ich noch nicht mal selber erklären.
Ich denke, es ist ein Stil, der sich immer wieder
ein bisschen einschleicht und den man dann auch
raus hört.
Dein aktuelles Album heißt "No
Silence" und ist seit Ende Mai erhältlich.
Wie ist der Entstehungsprozess von dem Album?
ATB: Ich setz mich einfach hin und fang
an. Klar, diesmal hatte ich schon ein Konzept
- eben "No Silence" - d. h. auf diesem
Album gibt es keine Stille, keine Pausen. Was
nicht bedeutet, dass es ein Mix-Album ist, denn
dann wäre ja von Anfang bis Ende ein Beat
nud so ist es nicht. Die Pausen sind mit Soundpassagen
gefüllt, so dass man gar nicht mitbekommt,
dass der Beat vorher schneller und jetzt langsamer
oder andersrum ist. Es ist ein Spannungsbogen
von vorne bis hinten. Wie ein großer Song,
der 64 Minuten lang ist und einen auf eine sehr
gefühlvolle Reise mitnimmt. Natürlich
habe ich dabei auch wieder mit Gast-Sängerinnen
gearbeitet. Hauptsächlich mit der Engländerin
Tiff Lacey, mit der ich auch "Marrakech"
gemacht habe. Dann noch 2 Sängerinnen aus
New York sowie einem männlichen Gesangspart.
Es ist insgesamt ein sehr buntes Album!
Gibt es Künstler oder Projekte, mit
denen Du gerne mal zusammenarbeiten würdest?
ATB: Das ist immer eine gute Frage. Wenn
sich irgendwas ergibt, dann schon. Aber es ist
jetzt nicht so, dass ich jemand ganz bestimmtes
im Kopf habe. Schöne Zusammenarbeiten ergeben
sich oft ganz spontan, wie jetzt mit meinen
neuen Sängerinnen auf dem Album, wo plötzlich
ganz neue und ausgefallene Sachen bei herauskommen,
was man vielleicht so gar nicht vermuten würde.
Durch Spontanität entsteht das Meiste,
deswegen plane ich nicht, mit wem ich zusammenarbeite.
Du warst in letzter Zeit auch viel im Ausland
unterwegs: zuletzt gab es eine Amerika-Tour.
Gibt es einen entscheidenden Unterschied zur
deutschen Club-Szene?
ATB: Jein. Wenn die Stimmung gut ist,
ist es überall geil! Grundsätzlich
kann man aber sagen, dass die Szene in Amerika
und teilweise auch in anderen Ländern schon
um einiges euphorischer ist, als man es in Deutschland
erlebt. Das liegt ganz einfach daran, dass in
Deutschland eine extreme Ausschlachtung passiert
ist und das die Leute einfach nicht mehr wissen,
wohin sie gehen sollen, weil sie überall
hingehen können und ihnen überall
etwas ganz Besonderes geboten wird.
Wie fand Deine DJ-Karriere eigentlich ihren
Ursprung?
ATB:Ich hab erst produziert und hab mich
irgendwann mal gefragt, warum die Djs meine
Sachen nicht spielen. Da hab ich gemerkt, mir
fehlt einfach der Kontakt zum Publikum. Und
das war dann vor 7 Jahren der Punkt, an dem
ich angefangen habe aufzulegen. Seit dem sind
meine Produktionen auch viel clubtauglicher
geworden!
Gibt es einen Club, in dem Du immer wieder gerne
auflegst? Hast Du eine Residency?
ATB: Ich hatte mal eine Residency in
Bochum. 6 Jahre habe ich im Tarmcenter aufgelegt,
aber die haben seit 2 Jahren dicht und seitdem
habe ich mich gesträubt eine Residency
anzunehmen. Insgesamt muss ich allerdings sagen,
dass im Osten zur Zeit am besten gefeiert wird.
Was sind Deine musikalischen und persönlichen
Ziele 2004?
ATB: Jetzt kommt erstmal die neue Single
"Ecstasy" raus und ich hoffe, das
ich die Leute nicht enttäusche. Ich werde
im Sommer erstmal ein wenig zurück lehnen
und im Herbst dann wahrscheinlich schon wieder
mit einem neuen Album anfangen.
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