BeatCounter Magazine - clubbing:online
     
zu den Favoriten |  als Startseite |  Seite weiterempfehlen     Samstag, 31. Juli 2010  
BeatCounter Magazine
BCMHOME
NewsBeat
Charts & Playlists
BCM Vinyl Tipp
FlyerGallery
GogoGallery
MP3 Download
Techno-Links.de
Interview-Archiv
Multimedia
Impressum
Bei seinen Kollegen von Intec Records ist er nur als der "Professor" bekannt. Arbeitswütig im Studio, energiegeladen auf der Bühne, so beschreibt man wohl am besten Bryan Zentz.
Beatcounter sprach mit dem jungen Musiker, Produzenten, DJ und natürlich Live-Act über seine Karriere und seine Musik, ganz im Allgemeinen und auch im Speziellen.
Interview mit Bryan Zentz März 2003

Hallo Bryan, herzlich Willkommen bei Beatcounter.
Bryan Zentz: Hi.

Du wurdest in Deiner Karriere von recht vielen unterschiedlichen Leuten und Stilrichtungen beeinflusst. Dein Vater ist professioneller Musiker, wie hast Du Deinen eigenen Stil entwickelt?
Bryan Zentz : Ich habe eigentlich immer versucht verschiedene Elemente aus allen möglichen Musikrichtungen die ich höre heranzuziehen und sie dann miteinanderverschmelzen zu lassen.

Man kann sagen, Deine Musik ist für einen elektronisch orientierten Künstler recht aussergewöhnlich, sehr instrumentallastig und originell, welche Instrumente spielst Du selber und auf welche Weise helfen sie Dir dabei Deinen Sound in die richtige Richtung zu führen?
Bryan Zentz:
Dankeschön. In der Vergangenheit habe ich immer Gitarre gespielt, etwas Percussion und ich habe mir selber ein wenig auf dem Keyboard beigebracht. Meistens habe ich einfach eine Bassline, eine Melodie oder einen Akkord im Kopf, den ich dann versuche auf dem Keyboard umzusetzen. Ich denke etwas zu spielen, eher als es einfach mit der Maus einzuclicken gibt am Ende einen ganz anderen Sound ab. Manchmal möchte man natürlich auch genau das erreichen, einen programmierten Ablauf, dafür ist es schliesslich elektronisch, ich schätze letztendlich entscheidet dann aber doch jeder Künstler mehr oder weniger spontan für sich selber, was daraus werden soll.

Jeder der einmal das Vergnügen hatte einem Deiner legendären Live-Auftritte beizuwohnen, wird zustimmen dass eine Unmenge an Energie dabei von Dir aufs Publikum überzuschwappen scheint. Wie bereitest Du Dich darauf vor und was bedeutet es Dir auf der Bühne zu stehen, insbesondere da Du eher als introvertierter und schüchterner Typ bekannt bist, bereitet Dir ein solcher Auftritt da nicht enorme Schwierigkeiten?
Bryan Zentz: Bei einem Liveset gilt es sich zunächst darüber klarzuwerden was dabei rüberkommen soll, in meinem Fall, welche Songs ich spiele und auch in welcher Reihenfolge sie ablaufen sollen. Ich möchte die Leute 30-45 Minuten lang einfach gut unterhalten und auf den Zehenspitzen halten. Ich muss im Hinterkopf behalten welchen Gang ich einlege, wieviel Speicher ich dafür brauche usw., usw., es gibt also sowohl eine technische als auch eine künstlerische Seite daran, die vereinbart werden wollen. Als ich meine erste grosse Show spielen sollte war ich in der Tat extrem nervös. Ich dachte ich würde krank werden und mich übergeben, sowas in der Art. Sobald ich aber mein Equipment aufgebaut hatte, den Soundcheck hinter mir und endlich etwas chillen konnte verflog die Nervosität. Mittlerweile macht es mir fast nichts mehr aus vor mehreren hundert Leuten zu spielen, das einzige was mir wirklich Angst macht ist eine Rede halten zu müssen. Man wird mich also immer vor egal wievielen Leuten spielen sehen können, aber eine Rede halten... da muss erst die Hölle zufrieren (lacht). Es ist verrückt.

Du bist ausserdem dafür bekannt im Studio ein wahrer Workaholic zu sein. Wieviel Zeit investierst Du in eine Platte wie "seven breaths" und an welchem Punkt kannst Du Dir selber gegenüber mit Gutem Gewissen sagen: "Gut genug!"?
Bryan Zentz: Ehlich gesagt, ich weiss nicht ob es dieses "Gut genug" wirklich jemals geben wird. Ich war noch niemals wirklich 100% glücklich mit irgendwas... Ich bin da wohl etwas kritischer als die Meisten, manchmal ist es direkt frustrierend. Aber ich habe immer noch meinen Spass damit und ich finde an einem bestimmten Punkt muss man die Dinge einfach loslassen und da raus geben um andere Leute entsheiden zu lassen. An diesem Album habe icgh über ein Jahr gearbeitet und es gab eine Menge Material das ich leider nicht unterbringen konnte.

Das Album ist sehr differnziert was die unterschiedlichen Tempi betrifft, wie entscheidest Du wieviele Downbeatnummern das Album im Gegensatz zu den schnellen, treibenden Stücken bekommen soll?
Bryan Zentz: Es war ziemlich hart die richtige Reihenfolge der Stücke für das Album zu finden. Wir dachten einfach, wann klingt was angebracht und an welcher Stelle sollte man die 4/4 Dance-Schiene verlassen um etwas anderes zu bringen. Ich wollte aber auch die Verbindung zwischen all den unterschiedlichen Styles und Tempi aufzeigen, denn für mich sind sie alle eng verbunden.

Welchen Teil der Platte bevorzugst Du ganz persönlich, oder ist es gerade der Mix der die Spannung ausmacht?
Bryan Zentz:Hmm, ich müsstewohl sagen der Dub Sound war das was ich persönlich am meisten genossen habe.

Wenn Dir hier und heute irgendjemanden wünschen könntest mit dem Du arbeiten darfst, wer würde das sein und was für ein Track käme dabei heraus?
Bryan Zentz: Ich würde einen 1987-Style Acid/Hip House Track produzieren. Mit Kool Keith on tha mic!!!

Wenn Du so etwas wie eine Philosophie formulieren müsstest, in Bezug auf Deine Arbeit oder auch generell, wiewürde sie lauten?!
Bryan Zentz:Versuch etwas zu tun an das Du glaubst, und versuch weiter zu lernen und Dich weiter zu entwickeln um immer neue Wege zu finden es zu tun!

Klingt sehr überzeugend. Ich danke Dir für Deine Zeit :)
Bryan Zentz: Ich danke vielmals.

Das Interview wurde geführt und übersetzt
von H. Menz am 01.03.2003

Live-Mix von Bryan Zentz:
Exclusive electronic House-Style Mix!


©2009 BeatCounter Magazine