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Hallo Bryan, herzlich Willkommen bei Beatcounter.
Bryan Zentz: Hi.
Du wurdest in Deiner Karriere von recht
vielen unterschiedlichen Leuten und Stilrichtungen
beeinflusst. Dein Vater ist professioneller
Musiker, wie hast Du Deinen eigenen Stil entwickelt?
Bryan Zentz : Ich habe eigentlich immer
versucht verschiedene Elemente aus allen möglichen
Musikrichtungen die ich höre heranzuziehen
und sie dann miteinanderverschmelzen zu lassen.
Man kann sagen, Deine Musik ist für
einen elektronisch orientierten Künstler
recht aussergewöhnlich, sehr instrumentallastig
und originell, welche Instrumente spielst Du
selber und auf welche Weise helfen sie Dir dabei
Deinen Sound in die richtige Richtung zu führen?
Bryan Zentz: Dankeschön. In der Vergangenheit
habe ich immer Gitarre gespielt, etwas Percussion
und ich habe mir selber ein wenig auf dem Keyboard
beigebracht. Meistens habe ich einfach eine
Bassline, eine Melodie oder einen Akkord im
Kopf, den ich dann versuche auf dem Keyboard
umzusetzen. Ich denke etwas zu spielen, eher
als es einfach mit der Maus einzuclicken gibt
am Ende einen ganz anderen Sound ab. Manchmal
möchte man natürlich auch genau das
erreichen, einen programmierten Ablauf, dafür
ist es schliesslich elektronisch, ich schätze
letztendlich entscheidet dann aber doch jeder
Künstler mehr oder weniger spontan für
sich selber, was daraus werden soll.
Jeder der einmal das Vergnügen hatte
einem Deiner legendären Live-Auftritte
beizuwohnen, wird zustimmen dass eine Unmenge
an Energie dabei von Dir aufs Publikum überzuschwappen
scheint. Wie bereitest Du Dich darauf vor und
was bedeutet es Dir auf der Bühne zu stehen,
insbesondere da Du eher als introvertierter
und schüchterner Typ bekannt bist, bereitet
Dir ein solcher Auftritt da nicht enorme Schwierigkeiten?
Bryan Zentz: Bei einem Liveset gilt es
sich zunächst darüber klarzuwerden
was dabei rüberkommen soll, in meinem Fall,
welche Songs ich spiele und auch in welcher
Reihenfolge sie ablaufen sollen. Ich möchte
die Leute 30-45 Minuten lang einfach gut unterhalten
und auf den Zehenspitzen halten. Ich muss im
Hinterkopf behalten welchen Gang ich einlege,
wieviel Speicher ich dafür brauche usw.,
usw., es gibt also sowohl eine technische als
auch eine künstlerische Seite daran, die
vereinbart werden wollen. Als ich meine erste
grosse Show spielen sollte war ich in der Tat
extrem nervös. Ich dachte ich würde
krank werden und mich übergeben, sowas
in der Art. Sobald ich aber mein Equipment aufgebaut
hatte, den Soundcheck hinter mir und endlich
etwas chillen konnte verflog die Nervosität.
Mittlerweile macht es mir fast nichts mehr aus
vor mehreren hundert Leuten zu spielen, das
einzige was mir wirklich Angst macht ist eine
Rede halten zu müssen. Man wird mich also
immer vor egal wievielen Leuten spielen sehen
können, aber eine Rede halten... da muss
erst die Hölle zufrieren (lacht). Es ist
verrückt.
Du bist ausserdem dafür bekannt im
Studio ein wahrer Workaholic zu sein. Wieviel
Zeit investierst Du in eine Platte wie "seven
breaths" und an welchem Punkt kannst Du
Dir selber gegenüber mit Gutem Gewissen
sagen: "Gut genug!"?
Bryan Zentz: Ehlich gesagt, ich
weiss nicht ob es dieses "Gut genug"
wirklich jemals geben wird. Ich war noch niemals
wirklich 100% glücklich mit irgendwas...
Ich bin da wohl etwas kritischer als die Meisten,
manchmal ist es direkt frustrierend. Aber ich
habe immer noch meinen Spass damit und ich finde
an einem bestimmten Punkt muss man die Dinge
einfach loslassen und da raus geben um andere
Leute entsheiden zu lassen. An diesem Album
habe icgh über ein Jahr gearbeitet und
es gab eine Menge Material das ich leider nicht
unterbringen konnte.
Das Album ist sehr differnziert was die
unterschiedlichen Tempi betrifft, wie entscheidest
Du wieviele Downbeatnummern das Album im Gegensatz
zu den schnellen, treibenden Stücken bekommen
soll?
Bryan Zentz: Es war ziemlich hart die
richtige Reihenfolge der Stücke für
das Album zu finden. Wir dachten einfach, wann
klingt was angebracht und an welcher Stelle
sollte man die 4/4 Dance-Schiene verlassen um
etwas anderes zu bringen. Ich wollte aber auch
die Verbindung zwischen all den unterschiedlichen
Styles und Tempi aufzeigen, denn für mich
sind sie alle eng verbunden.
Welchen Teil der Platte bevorzugst Du ganz
persönlich, oder ist es gerade der Mix
der die Spannung ausmacht?
Bryan Zentz:Hmm, ich müsstewohl
sagen der Dub Sound war das was ich persönlich
am meisten genossen habe.
Wenn Dir hier und heute irgendjemanden wünschen
könntest mit dem Du arbeiten darfst, wer
würde das sein und was für ein Track
käme dabei heraus?
Bryan Zentz: Ich würde einen
1987-Style Acid/Hip House Track produzieren.
Mit Kool Keith on tha mic!!!
Wenn Du so etwas wie eine Philosophie formulieren
müsstest, in Bezug auf Deine Arbeit oder
auch generell, wiewürde sie lauten?!
Bryan Zentz:Versuch etwas zu tun an das
Du glaubst, und versuch weiter zu lernen und
Dich weiter zu entwickeln um immer neue Wege
zu finden es zu tun!
Klingt sehr überzeugend. Ich danke
Dir für Deine Zeit :)
Bryan Zentz: Ich danke vielmals.
Das Interview wurde geführt und übersetzt
von H. Menz am 01.03.2003
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