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Hallo und herzlich willkommen bei Beatcounter.
DJ C1: Oh, vielen Dank, schön
dass ich hier sein darf.
Erzähl uns doch vielleicht erstmal
ein bisschen über Deinen Background. Wie
bist Du zum Auflegen gekommen?
DJ C1: Angefangen hat alles damit dass
ich in den mittachtzigern regelmäßig
zu vielen wirklichen coolen Underground Events
in London ging, Lagerhaus Parties auf denen
eine weite Spanne von Sounds zu hören war.
Von Elektro über Disco bis hin zu abgefahrenen
Electronics. Zu jener Zeit war deutlich zu spüren
dass ein neuer Sound im Begriff war aufzutauchen,
wir wussten zwar noch nicht genau was, aber
das sollte dann unser „Punk“ werden.
Dann so um 1988 kam der Acid Sound und übernahm
das Geschehen, da wusste ich, das würde
es sein. Mein Bruder besaß damals ein
Soundsystem, dass er für solche Parties
verlieh und ich begleitete ihn oft dorthin.
Ich sah die kreativen Möglichkeiten die
sich beim Auflegen eröffneten, und da ich
von Kindesbeinen an ein großer Plattensammler
gewesen war, schien dies für mich die natürliche
Weiterentwicklung zu sein. Also fing ich an
hier und da ein paar Warmup Sets zu spielen,
und daraus ist das geworden wo ich heute stehe.
Djing ist genau die Kombination von Kreativität
und Live Performance die mich anmacht. Ich kann
mir nicht vorstellen das irgendwann einmal nicht
mehr machen zu wollen.
Mit dem “Fabric” in London,
dem “Row” in Barcelona und dem „Rex“
in Paris hast Du drei Resident Clubs in denen
Du spielst. Wie wichtig ist dieser Coming-Home
Faktor für Dich und was gefällt Dir
an Bookings?.
DJ C1: Der Resident Job ist interessant
weil mein ein Verhältnis zur Crowd, der
Location und der Soundanlage aufbauen kann,
das macht es einfacher auch mal musikalische
Risiken einzugehen und etwas neues zu versuchen.
Auf der anderen Seite haben Booking-Jobs durchaus
auch Ihren Reiz, weiß man dort einfach
nie genau was einen erwartet, und das finde
ich auch sehr aufregend. Zum Beispiel werde
ich bald zuim ersten Mal in Prag auflegen und
ich bin sehr, sehr neugierig wie es da wird.
Es könnte ein sehr spezieller Abend werden,
das weiß man aber immer erst hinterher.
Ich denke also mit einer gesunden Mischung fährt
man am Besten.
Welche Idee steckt hinter Intec Records
und wie ist die Rollenverteilung dort zwischen
Dir und Deinem Partner Carl Cox?
DJ C1: Intec steht dafür qualitativ
hochwertigen Techno nach vorne zu bringen, den
Leuten den Horizont zu erweitern in Bezug auf
die Vielfältigkeit der Styles. Ein Künstler
wie Beispielsweise Bryan Zentz sollte die Möglichkeit
bekommen seine Ideen auf ein Album zu pressen,
was bei vielen größeren Labels einfach
nicht möglich ist, bei Intec aber als Herzensangelegenheit
behandelt wird. Ich betreue als A&R die
Künstler bei Intec, was ich in meiner Freizeit
neben dem Djing und producen erledigen kann,
Carl gehört zwar das Label, man kann sich
aber vorstellen, er ist auch relativ viel unterwegs,
man wird uns also selten im Büro vorfinden.
Die Arbeit die dort zu tun ist überlassen
wir auch lieber etwas fähigeren Leuten!
“Shifting Gears” ist eine Mix
Compilation die Ihren Titel recht pragmatisch
umsetzt.
Wonach entscheidest Du welche Platten Du dabei
haben möchtest und wie Du sie arrangierst?
DJ C1: Ich habe selber viele Mix
CDs von DJs die ich respektiere, ich höre
sie mir aber selten mehr als einmal an. Es ist
recht einfach ein Kracherset einzuspielen, mir
fehlt dabei aber der Performance-Gedanke und
eben diesen hatte ich im Hinterkopf als ichmein
Konzept für „Shifting Gears“
aufgestellt habe. Ich wollte ein breites Spektrum
großartiger Musik präsentieren und
gleichzeitig meinen eigenen stil verwirklichen.
Das schwierigste dabei ist die Auswahl der Tracks,
denn es gibt nicht so wenige, sondern so viele
fantastische Platten da draußen, wahrscheinlich
um die fünfzig die ich hätte benutzen
wollen. Zuletzt legte ichmich aber auf ein Dutzend
Songs fest und wahr ausgesprochen zufrieden,
dass ich diese auch alle verwenden konnte. Der
Mix ist in einem Take aufgenommen, also nicht
nacheditiert wie es bei vielen Compilations
Usus ist, um einen rohen und originellen Sound
mit vielen Ups und Downs zu bekommen, so wie
ich ihn auch im Club spiele, die CD ist also
sehr repräsentativ für mich geworden.
Fast den ganzen Februar über befindest
Du Dich auf „Shifting Gears“ - Tour
durch Brasilien. Sechs Gigs sind recht viele,
für ein Land das, ich will mal sagen „nicht
gerade für seine Technoszene bekannt ist“.
Wie kam es dazu?
DJ C1: Tatsächlich ist die Technoszene
dort sehr am Aufblühen. Leute wie mein
sehr guter Freund Renato Cohen, der nicht nur
ein großartiger Produzent sondern auch
ein toller DJ ist, lassen es dort seit einiger
Zeit immer interessanter werden. Immer mehr
internationale DJs legen dort auf, und viele
wollen gar nicht mehr zurück. Ich habe
für ein paar Jahre regelmäßig
in Brasilien aufgelegt, nun hat ein Label aus
Sao Paulo namens FNM „Shifting Gears“
gehört und bringt es dort lokal heraus.
Diese Tour soll also das Album promoten und
ich werde das ganze Land dabei bereisen, was
auch immer schon ein Traum von mir war!
Ab März kommt für Dich eine neue
Residenz im “The Bomb” in Nottingham
dazu. Wird dafür ein anderer Club ganz
auf Dich verzichten müssen oder gibt es
dann einfach mehr Resident Gigs als Bookings?
DJ C1: Nein, nein. Ich werde immer noch
soviele Gigs wie möglich spielen, das “Bomb”
liegt mir aber ganz besonders am Herzen. Es
ist klein aber der Sound, die Athmosphäre
und die Leute sind ziemlich einmalig. Das letzte
Mal als ich dort auflegte mixte ich Dub Reggae
mit Techno. Es gibt nicht grade viele Clubs
wo das funktioniert!
Welche Zukunftspläne gibt es für
Intec und natürlich auch Dich persönlich
als Künstler?
DJ C1: Nun, Intec wir einfach weiterhin
versuchen gute Künstler und gute Musik
nach vortn zu bringen, einige neue werden ziemlich
bald bereits bei uns erscheinen. Was mich angeht,
so bin ich neben dem Auflegen noch fleißig
nebenbei im Studio und versuche mich als Produzent,
demnach werdet Ihr von mir dann auch so einiges
zu hören bekommen. Unter anderem Träume
ich davon mit einem Gospelsänger ins Studio
zu gehen und ein paar Mellow - Techno Tracks
aufzunehmen. Man weiß nie so genau was
draus wird ;-)
Dabei wünschen wir Dir natürlich
Alles Gute, nicht zuletzt auch für Deine
Arbeit beim Label, vielen Dank für Deine
Zeit, wir haben so einiges über Dich in
Erfahrung bringen können, und so ist es
auch schon wieder Zeit für ein paar berühmte
letzte Worte?!
DJ C1: Techno is whatever you want it
to be.
Vielen Dank!
DJ C1: Ich habe zu danken.
Das Interview wurde geführt und übersetzt
von H. Menz am 16.02.2003
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