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Interview mit Markus
Gardeweg |
vom 02.02.1999 |
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BCM: Hallo Markus.
Markus Gardeweg: Hallo
Auch wenn Du diese Frage wahrscheinlich schon
zum tausendsten Mal gestelllt bekommst, so ist
sie doch eigentlich immer der schönste Einstieg:
"Erzähl doch mal wie es bei Dir so angefangen
hat, mit der Karriere als DJ?!"
MG: Ja, das war so um '82 rum... Ich war
14 und hab etwa alle zwei Wochen im Haus der Jugend
aufgelegt.
Hier in Hamburg?
MG: Ja, in Steilshoop, harte Gegend (lacht),
damals hab ich sowas wie "Farley Jackmaster Funk",
"Love can't turn around", "Get down Saturday Night"
gespielt, die ganzen Funk and Soul- Sachen, allerdings
nur Dance, keinen Rock oder so.
Was kam nach dem Haus der Jugend?
MG: Ich hatte dann Gelegenheit auf verschiedenen
Parties von David Fascher und Nana, der damals
noch als Veranstalter gearbeitet hat, aufzulegen;
ein, zweimal im Monat. Stichwort "Cap San Diego",
woran sich vielleicht manche noch erinnern werden.
Irgendwann hab ich noch in so einem Laden in Wandsbek
gearbeitet, das war mehr eine Cocktailbar und
danach bin ich schließlich im "Sky", auf der Reeperbahn
gelandet. Bis dahin hab ich auch immer nur Black
Music, Swingbeat und solche Geschichten gemacht.
Wann hat sich denn Dein Wechsel zur etwas schnelleren
Gangart des Dance- Spektrums ergeben?
MG: Irgendwie bin ich dann im Bit am Jungfernstieg
gelandet, auch ein außerhalb eher unbekannterer
Laden, nebenbei habe ich halt auch immer auf Parties
in und um Hamburg gearbeitet. Im Bit habe ich
noch gemischt gespielt aber schon überwiegend
House, dabei bin ich dann im Nachhinein eben geblieben
, bis Heute...
Und schließlich ging es dann ins "Kontor"?!
MG: Ja, das ist jetzt fast vier Jahre her!
BC: Damit war Deine Tingel-Tangel- Zeit dann vorbei.
MG: Vorher war es eben relativ schwierig sich
in Hamburg einen Namen zu machen, außer auf Aus-der-Reihe-Parties.
Die ganzen Clubs hatten ihren festen DJ's, von
denen die Besitzer sich auch so gut wie nie trennten!
Also mußte ich warten bis irgendwann ein neuer
Laden aufmacht. Im brandneuen "Kontor" bekam ich
dann endlich diese Chance, sozusagen als zweiter
Mann, nach Matthias Menk.
Hast Du die Funk und Soul-Schiene dann ganz
aufgegeben?
MG: Vom Moment an wo ich im Kontor angefangen
hatte war es dann nur noch House, den ich gespielt,
gelebt und geatmet habe (lacht), nein mal ehrlich,
privat höre ich schon noch ab und zu Funk&Soul
oder R&B.
Hörst Du zuhause überhaupt noch Musik, immerhin
verbringst Du ja den ganzen Tag bei Kontor Records
auch in einer sehr musikalischen Kulisse. Hat
man da nach Feierabend noch Lust auf Musik?
MG: Ja klar, zuhause höre ich aber eher
softere Sachen: ganz straighten Hip Hop, Café
del Mar, sowas... auch R&B. Im Auto höre ich auch
schon mal 'ne Trend-CD, so zum Fahren. Manchmal
reichts einem aber auch. Dann häng' ich mich einfach
auf die Couch und laß mich vom Fernsehen berieseln.
Bei Kontor bist Du A&R?
MG: Zusammen mit Jens Thele, wir haben jetzt seit
zwei Monaten auch eine eigene Sendung bei Radio
Energy, Samstag Nacht von zwei bis vier.
Das sind dann zwei Stunden Non-Stop Mix?
MG: Ja, die erste Stunde mache immer ich
und dann haben wir einen Gast DJ.
Zum Beispiel?
MG: Piet Blank, Jasper Jones, Tom Novy,
Quicksilver, David Morales waren schon da. Moguai,
Tomcraft, Phil Fuldner, Joe T. Vanelli, Mark van
Dale, etc.
Was hältst Du generell von dem Trend das immer
mehr Radio-Sender Live oder "Live on Tape" Mixe
ins Programm nehmen?
MG: Ich denke das ist eine echt schöne
Sache. Man hat eben die Gelegenheit auch mal DJ's
zu hören, die man live vielleicht eher selten
antrifft. Die wirklich positive Resonanz, trotz
der eher schlechten Sendezeit, gibt uns da auch
Recht.
Wann hast Du neben dem Auflegen, solcher Radio-Geschichten
und der Arbeit für Kontor eigentlich noch Zeit
zum Produzieren gefunden?
MG: Genau dieser Zeitmangel hat mich lange
davon abgehalten. Obwohl ich kein richtiger Engineer
bin, in dem Sinne das ich mich mit den Geräten
so hervorragend auskenne, hab' ich dann etwa September/Oktober
'98 doch den ersten Track fertig gekriegt. Damit
bin ich auch, vom Erfolg her, bereits mehr als
zufrieden.
Und als Remixer hast Du dich auch schon versucht!
MG: Jetzt gerade habe ich "Children" für
John Piero gemacht, und es stehen wohl auch noch
ein paar andere Projekte an, die ich aber noch
nicht verraten möchte (grinst!). Zuviel habe ich
da allerdings auch nicht vor. Wenn man jeden Remix
annimmt kann es auch passieren, daß sich dein
Name relativ schnell abnutzt. Außerdem kann niemand
aus einem von vornherein schlechten Lied einen
guten Remix zaubern. Obwohl das Remixen, gerade
finanziell, sehr interessant sein kann, möchte
ich da doch eher wählerisch bleiben.
Wie sieht Deine es mit deiner nahen Zukunft als
Plattenreiter aus?
MG: Zunächst einmal werde ich natürlich
dem Kontor noch eine hoffentlich sehr, sehr lange
Zeit treu bleiben.
Ganz nebenbei, stimmen denn die Gerüchte von
einem erneuten Umbau?
MG: Auch wenn ich konkret noch nichts sagen
kann, so steht mittlerweile auf jeden Fall fest,
daß etwas passieren wird, wie und wann liegt allerdings
auch nicht innerhalb meines Einflusses.
Aha!... Deine persönlichen Perspektiven innerhalb
der Arbeit?
MG: So oft es geht, möchte ich weiterhin
in vielen verschiedenen Clubs auflegen, im Kontor
bekomme ich auch den Freitag schon mal frei dafür
(lacht). Ansonsten steht jetzt bald meine Follow-Up
Single an. Vom 13.-17. März ist dann die "Winter
Music Convention" in Miami, dort wird alles vertreten
sein, was in der Szene Rang und Namen hat, tja
und dann sehen wir weiter würd' ich sagen!
...und privat, was machst Du wenn Du nicht
arbeitest?
MG: Am liebsten Essen gehen, auf der Couch
liegen und Zappen, wenn's geht verreisen, ins
Kino gehen,... Musik hören, weiß nicht (lacht)
!
Wohin am liebsten?
MG: Was, verreisen?!...Amerika. Egal wo
dort.
Lieblingskinofilm?
MG: Der Pate I-III.
Lieblingsalbum?
MG: Uff... Tony Rich Project, beide LP's.
(scheint langsam (in Erwartung der Negativ-Top-Ten-
Fragen?) etwas zurückhaltender zu werden!)
Magst Du solche "Like-Dislike"- Befragungen
nicht?
MG: Naja, habe ich schon schlechte Erfahrungen
mit gemacht.
Du redest vom Partysan Jahres-Rückblick?
MG: Ja, auch. Zum Beispiel bei der Frage
nach dem Absteiger des Jahres sagte ich "DJ Sammy",
allerdings mit einer ganzen Liste von Erklärungen
warum ich das dachte, abgedruckt wurde dann nur
der Name, und das gab 'ne Menge Gerede. Dabei
verstehe ich mich mit Sammy wirklich gut, ich
finde solche Mißverständnisse kann man vermeiden.
Eine andere Sache ist es natürlich wenn der eine
oder andere meint sowas als Forum benutzen zu
müssen, um jemanden zu dissen den er nicht leiden
kann. Dieser Eindruck überträgt sich dann auch
auf alle anderen Aussagen und verfälscht sie.
Das ist echt schade.
Dann werde ich Dir auch nur noch eine kleine
Frage in der Richtung stellen. Welche Platte spielst
Du am liebsten?
MG: Eine bei der Die Leute Feiern. Darauf
kommt's schließlich an.
Ganz genau! Markus, vielen Dank für Deine Zeit
und alles Gute für die Zukunft.
MG: Danke, das gebe ich natürlich an Euch
zurück!
Vielen Dank und Bis Bald im Kontor! |
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