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Hallo Robbie, herzlich Willkommen bei Beatcounter.
Robbie Rivera: Danke sehr.
Die letzten zwei Jahre kann man sagen waren
für Dich recht erfolgreich. Mehrere Nominierungen
bei DJ Awards, Remix Magazine hat Dich 2003
zum Besten House Remixer gewählt, Du wurdest
als bester "Breakthrough DJ" bei den
Dancestar Awardsd nominiert und last but not
least hattest Du eine stolze Serie erfolreicher
eigener Tracks und Remixes. Herzlichen Glückwunsch
dazu! Was hälst Du selber von solchen Nominierungen
oder positiver Presse, lassen sie Dich kalt
oder ist es doch ein netter Egoschub den man
bekommt?
Robbie Rivera : Ich fühle mich wirklich
sehr geehrt, es ist immer etwas besonderes positives
Feedback von der Musik-Industrie zu bekommen,
auch wenn letztendlich die Reaktionen der Fans
die entscheidenden für meine Arbeit bleiben
werden.
Du bist nicht nur DJ und Produzent, Du hast
mit Juicy Music Dein eigenes mittlerweile auch
sehr erfolgreiches Label gegründet, wie
kam es zu der Nominierung in der Kategorie "Breakthrough",
die man ja sonst vielleicht eher Nachwuchskünstlern
zuordnen würde?
Robbie Rivera: Um ganz ehrlich zu sein,
ich kenne nicht die Kriterien nach denen bei
den Dancestar Awards die Nominierungen vergeben
werden, aber ich hoffe doch sehr, dass es etwas
mit meiner Leistung als Künstler zu tun
hat, dort nominiert zu werden. Wenn die Kategorie
Durchbruch heisst, kann das ja unter Umständen
auch auf meinen Durchbruch von der Club- in
die mainstreamigere Szene gemünzt sein.
Das jetzt erschienene Album "First"
ist aussergewöhnlich umfangreich. Insgesamt
24 Tracks sind nicht grade üblich, besonders
in der Danceszene. Hing die grosse Auswahl an
Tracks eventuell damit zusammen, dass Du Dich
nicht entscheiden konntest welche Stücke
dabei sein sollten, also warum nicht eine Doppel-CD
daraus machen?
Robbie Rivera: Der Umfang des Albums
war von mir lange nicht so geplant. ich hatte
im letzten Sommer drei grosse Hits, mit "Hum
Melody", "Funkatron" und "Sex".
Alle sollten mit auf dieses Album. Independance
Records aus Frankreich kamen mit einem Konzept
dafür auf mich zu und zusammen einigten
wir uns auf eine Auswahl von rein zufällig
24 Tracks. Es schien einfach richtig alle Stücke
aufs Album zu nehmen, die man jetzt auch dort
findet.
Der Unterschied in Feeling und Athmosphäre
der Tracks von CD1 zu CD2 ist teilweise eklatant.
Die High Energy Dancetracks werden nach und
nach smoother und relaxter. Wonach hast Du die
Tracks arrangiert?
Robbie Rivera: Grundgedanke war
eine aufgepumpte, verrückte Seite für
den Dancefloor zu machen und eine die mehr nach
Kickback und chilliger klingt. Ich fand es aber
auch langweilig die Tracks einfach nach BPM
runterzuorgeln, somit hat zuletzt einfach mein
persönlicher Eindruck beim durchhören
den richtigen Schliff dazu addiert.
Wahrscheinlich ebenso wie als eigenständiger
Produzent, folgt Dir ein hervorragender Ruf
als Remixer. Auf vielen Produktionen hört
man schnell typische Remixelemente der jeweiligen
DJs heraus, bei Dir klingt es fast immer total
unterschiedlich und trotzdem gilt ein Rivera-Remix
immer als excellentes Aushängeschild für
Clubjockeys. Wie schaffst Du diese Gratwanderung?
Robbie Rivera: Zunächst mal müssen
die Remixe, die ich mache immer ein besonderes
Kriterium erfüllen, ich muss sie in mein
eigenes DJ-Set einbauen können und vor
allem auch wollen! Wenn das erfüllt ist,
habe ich meistens etwas arrangiert was vielen
DJs bei ihrer Arbeit im Club entgegen kommt.
Was das herangehen an einen Remix angeht, so
lasse ich mich immer vom Original inspirieren,
verändere aber dann so gut wie alles. Ein
satter Beat, grosse Sounds und verrückte
Breaks sind auf jedenfall immer ein Muss.
Wenn Du Dir jemanden aussuchen könntest
mit dem Du dann morgen zusammenarbeitest, welche
Künstler interessieren Dich oder wen würdest
du gerne einmal remixen?
Robbie Rivera:Ich würde gerne Justin
Timberlake remixen, sein Album ist wirklich
toll geworden und auch das der "Neptunes",
die viel kreatives Potential besitzen. Ausserdem
würde ich liebend gerne wieder etwas von
Madonna in die Finger bekommen.
Deine Tourneen und Auftritte führen
Dich ständig quer um den Globus, Dein Terminkalender
ist voll und doch hast Du jetzt eine Residenz
in Miami, im "Maze" angenommen. Bekommst
Du leicht Heimweh und was vermisst Du auf reisen
am meisten?
Robbie Rivera: Sicher ist es einerseits
immer nett auf Tour zu sein, aber ich bekomme
auch wahnsinniges Heimweh und sehne mich dann
immer sehr schnell nach meiner Frau Monica und
unseren beiden Hunden!
Wo siehst Du Unterschiede zwischen Gigs
auf Tour, wie hier in Europa und der Szene in
den Staaten. Gibt es überhaupt welche?!
Robbie Rivera: Europa und Amerika?! Kaum
ein Unterschied im Moment. Vor etwa zwei Jahren
hatte ich wesentlich mehr Fans in Europa, nun
das war einmal ;-)
Wo, speziell hier in Deutschland hast Du
schon gespielt und wann dürfen wir Dich
wieder einmal begrüssen?!
Robbie Rivera: Vor vier Jahren war ich
im PC 69 in Bielefeld, das war super. Nun wenn
mein Album sich gut verkauft ist mit Sicherheit
auch wieder ein Clubtour durch Deutschland im
Bereich des möglichen, also fleissig kaufen
:)
Ich denke das werden die Leute beherzigen
:)
Robbie, als Künstler oder privat, wo siehst
Du Dich in nächster Zeit, was sind Deine
Ziele?
Robbie Rivera: Zunächst einmal gilt
es Juicy music weiter zu etablieren und dann
soll in diesem Jahr auch noch mein nächstes
Album fertig werden, also nicht viel Zeit zum
rumsitzen!
Sicher nicht. Wo schaust Du Dich nach neuen
Talenten für Juicy um, oder sollen in Zukunft
eher mehr etablierte Kollegen gesignt werden?!
Robbie Rivera: Ab und zu bekommen wir
Demos, an den meisten Acts bin ich persönlich
als ausführender Produzent beteiligt oder
wir veröffentlichen Sachen von "Freunden
der Familie".
Sehr familiär und damit auch gleich
ein recht gutes Schlusswort. Robbie, vielen
Dank für Deine Zeit und alles gute für
die Zukunft!
Robbie Rivera: Ich habe zu danken :)
Und immer dran denken, DJs spielt meine Scheiben!!!
Das Interview wurde geführt und übersetzt
von H. Menz am 22.04.2003
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