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Hallo Guillaume, zunächst einmal Herzlichen
Glückwunsch zum grossen Erfolg Deiner Deutschlandtour,
die Du gerade beendet hast, insbesondere zu
der grossartigen Performance auf der 'French
Music Night' anlässlich der Popkomm in
Köln.
Guillaume: Oh, vielen Dank, es war
in der Tat eine herrliche Zeit, die ich hier
verbringen durfte, besonders in Köln hat
es wahnsinnig viel Spass gemacht!
Bist Du öfter in Deutschland und wie
hast Du das deutsche Publikum bisher erlebt?
Guillaume: Es war für mich eigentlich
erst das zweite Mal, dass ich hier auf Tour
gehen konnte, was ich aber jetzt schon mit Sicherheit
sagen kann ist, dass das deutsche Publikum wirklich
toll mitgeht, sogar bei ganz neuen Tracks die
eigentlich noch keiner kannte war die Stimmung
einfach genial. Ich hatte eigentlich nicht damit
gerechnet wie gut mein Sound, french Disco überhaupt
hier ankommt, das war klasse.
In der Tat hattest Du vor einer Weile mit
"Starlight" einen Riesenhit, den man
trotz seiner Vocallastigkeit und relativ gezügeltem
Tempo immer noch sehr oft auf Parties hört.
Im Oktober kommt das SML-Album in die Läden,
es heisst "The Player" und man kann
glaube ich jetzt schon sagen, dass auch da eine
Menge Hitpotential drinsteckt.
Guillaume: Nun, dass der Sound zur Zeit
recht gut ankommt hat sich schon vor der Tour
mit dem abschneiden der Ulimate Disco E.P. in
den DJ-Charts abgezeichnet.
Von der Ultimate Disco EP hat es alledings
nur ein Stück, nämlich "Dance
with you", auch auf das Album geschafft,
war die Auswahl im Nachhinein so gross, dass
Du "Higher" und "Ice Scream",
beides auch sehr gute Tracks, den Laufpass geben
musstest?
Guillaume: Ganz so war es nicht, auch
wenn wir von Anfang an geplant hatten nur maximal
12-13 Songs aufs Album zu nehmen. Der Gedanke
mit den E.P.s, es werden vorraussichtlich insgesamt
vier Stück werden, etwas anderes zu machen
als mit dem Album selber, hatte für mich
von Anfang an einen grossen Reiz. So sind auf
der nächsten E.P., die "Fantasia Disco"
heissen soll, auch wieder zwei Tracks dabei,
die nicht so recht ins Album passten, aber definitiv
denselben Vibe bringen wie "White Hands"
welches einen Platz auf "The Player"
ergattern konnte.
Für viele Vinylkäufer bedeutet
es natürlich einen zusätzlichen Anreiz,
wen auf der E.P. bisher unveröffentlichte
Stücke zu finden sind, speziell wenn sie
so gut sind wie "Higher". Welchen
Wert misst Du persönlich der Clubtauglichkeit
Deiner Produktionen zu?
Guillaume: In jedem Fall sind es die
DJs, die den Sound an den Mann bringen müssen,
und wenn die mit den E.P.s gut leben können
bzw. sie oft spielen ist das natürlich
nur gut für mich. Das heisst aber nicht
ich will meinen Sound exklusiv für den
Club reservieren. Alle Stücke sind zwar
tanzbar, man soll sie dennoch keinesfalls ausschliesslich
im Club geniessen können (lacht).
Wie bei diversen anderen Disco-orientierten
Acts, speziell französischen, findet man
auch bei Dir viele kurze Samples, unter anderem
aus älteren Discoscheiben, breite Harmonien,
prägnante Pianoriffs und natürlich
einen allesumarmenden Vocal. Wo fängt Dein
Arrangement an, woran versuchst Du Dich zu orientieren?
Guillaume: Gute Frage. Ich denke es ist
oft so, das man einen Teil irgendeines Liedes
hört der einem nicht mehr aus dem Kopf
geht. Ich denke mir dann eben meinen Teil dazu
und arbeite damit. Ich bin selber klassischer
Musiker und eigentlich kein DJ, das komponieren
und arrangieren liegt mir also von Haus aus
eher als reines Samplen. Die Symbiose aus beidem
macht dann denke ich, die ganz spezielle Mischung
aus, für die der French Sound auch irgendwo
steht.
Zu "Starlight" trug Mani Hoffman
seine Vocals bei, der auch zwei weitere Songs
auf dem Album gemacht hat. Dann sind Janice
Leca, Sabrina Adnane und Kenny Norris auf "Diamonds
for her" als Gastsänger vertreten.
Nach welchen Kriterien suchst Du aus wer Deine
Songs wohl am besten interpretiert?
Guillaume: Es ist mir tatsächlich
sehr wichtig, dass bei jedem Vocal die richtige
Stimmung erzeugt wird, so arbeite ich auch nur
sehr ungern mit Künstlern zu denen ich
kein persönliches Verhältnis habe.
Mani Hoffman ist seit Jahren ein guter Freund
von mir, Kenny wurde mir von einem Bekannten
vorgestellt und nachdem wir privat etwas Zeit
zusammen verbracht hatten, fand ich er träfe
den richtigen Ton für "Diamonds for
her". Ganz besonders beim Sänger spielt
ein persönliches Verhältnis zum Komponisten/Texter
eine grosse Rolle.
Also bleibt sozusagen alles "in der
Familie"?!
Guillaume: Ja fast (lacht). Es spart
eben eine Menge Zeit und Arbeit, wenn die Person
die den Song umsetzen soll sich einigermassen
vorstellen kann was in dem Macher vorging, in
dem Moment als er das Ding zusammengeschraubt
hat, sowohl Sabrina und Janice als auch Mani
und Kenny haben das beeindruckend unter Beweis
gestellt!
Du sagtest gerade Du bist eigentlich eher
klassischer Musiker als DJ. Wobei schlägt
Dein Herz höher, beim produzieren oder
präsentieren?
Guillaume: Sowohl als auch! Beides macht
extrem viel Spass, das frickeln im Studio genauso
wie das Endprodukt auf der Bühne zu präsentieren.
Aber auch da bin ich eben eher Musiker und performe
Live. Wenn es ums Platten auflegen geht trete
ich gerne zurück, da gibt es jede Menge
DJs, die das viel besser können als ich.
Persönliche gehe ich lieber in einen Club
und höre mir einen guten DJ an, als die
Leute mit meinem spärlichen Können
zu langweilen (lacht).
Es kann ja auch, selbst für einen Komponisten,
durchaus inspirierend sein, sich von einem guten
DJ sozusagen "aus der Konserve" unterhalten
zu lassen?
Guillaume: Allerdings.
In Deutschland ist von der französischen
Clubszene selber nur sehr wenig bekannt, obwohl
in Houseclubs landauf, landab ständig französische
Produktionen zu hören sind, hört man
nicht annähernd so viele Sachen aus Frankreich
wie beispielsweise aus England oder Spanien,
wo mit der bunten Clubszene regelrecht nach
aussen geworben wird!?
Guillaume: Das hat auch einen ziemlich
einfachen Grund. Die französische Clubszene
ist fast eingeschlafen. In den grossen Discotheken
hört man Trance und Techno, die Radiosender
hingegen spielen fast ausschliesslich discoverwandten
Sound, Platten die zum Beispiel "Lady"
oder "One More Time" nacheifern bestimmen
die Klangkultur. Da die meisten Sachen aber
nicht von jungen, inspirierten Produzenten,
wie Modjo und Daft Punk es nunmal sind, stammen,
sondern von Geldgierigen Popgeiern Anfang vierzig,
die eindeutig noch die erste Discozeit in den
siebzigern im Ohr haben, wirkt der Sound mit
der Zeit ausgelutscht, unoriginell und leider
auch oft dilletantisch nachgemacht. Alles in
allem hört man diese Sachen soviel im Radio,
dass keiner mehr Lust hat in einen Club zu gehen
und den Sound dort abzufeiern.
Das schwingt ja schon eine gehörige
Portion Frust mit. Würdest Du die französische
Clubszene (womit ja mehr oder weniger nur die
Pariser Szene gemeint ist) gerne umkrempeln,
wenn Du könntest?
Guillaume: Das dürfte erstens sehr
schwierig sein, denn es muss ja nicht nur die
Musik stimmen sondern auch die Leute. In Paris
geht man zur Zeit aber lieber Loungen. Läden
wie die Buddha Bar stehen sehr hoch im Kurs.
Chillen mit einer ordentlichen Prise "sehen
und gesehen werden" sind allerdings so
garnicht mein Ding, daher zieht es mich eigentlich
nur dann ins Nachtleben wenn eine aussergewöhnliche
Party ansteht, mit guten DJs und Leuten die
mehr darauf Wert legen beim Tanzen ins Schwitzen
zu kommen als eben dies zu vermeiden (grinst).
Sehr richtig! Unsere Zeit ist fast um,
Du musst weiter. Zunächst einmal Vielen
Dank für Deine Zeit und natürlich
alles Gute für "The Player",
das Album das vorraussichtlich ab Mitte Oktober
bei uns in den Läden steht.
Guillaume: Ich habe zu danken!
Es ist so etwas wie Tradition bei BeatCounter,
dass der Gast das letzte Wort an die Leser hat,
also Du darfgst gerne noch ein Paar Grüsse
loswerden :)
Guillaume: Ja, vielen Dank. Ich möchte
natürlich alle Fans der "Supermen
Lovers" grüssen und für den treuen
Support danken, ich glaube mit dem neuen Album
gibt es wieder was ganz leckeres für Eure
CD-Player, also bis Bald im Club, Au Revoir!
Schöner hätte man es kaum sagen
können. Encore une Fois:
Merci bien, Guillaume Atlan aka "The Supermen
Lovers"!
Das Interview wurde geführt und übersetzt
von H. Menz am 05.09.2002
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