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Interview mit DJ
Snowman |
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BCM:
Wieso und wann hast du als DJ angefangen?
DJ Snowman: «Ich habe 1988 in der Berner
Dampfzentrale den DJ Boumi B beobachtet. Dabei
hat mich die Macht, die er ausspielte, fasziniert.
Ebenso die Tatsache, dass er Leute mit seinem
Sound glücklich machte. Da dachte ich: das will
ich auch!»
Und am anderen Tag hast Du Dich als DJ SNOWMAN
überall beworben?
SN: «Nein. So einfach ist das nicht. Ich
habe mir eine Anlage gekauft und stundenlang Zuhause
geübt. Tag für Tag. Ich wollte mich ja vor den
Leuten nicht blamieren.»
Wie lange musstest Du auf Deinen ersten öffentlichen
Auftritt warten?
SN: «Gut drei Jahre. Am 28. August 1992
konnte ich zum erstenmal vor 'richtigem' Publikum
auflegen.»
Und war es ein voller Erfolg?
SN: «Na ja. Das war in der Berner 'Aarebar'.
Damals der absolute In-Place. Aber es hatte nur
wenige Leute, denn DJ Snowman kannte damals niemand.
Aber der Chef des Lokals war zufrieden und die
50 Franken Gage habe ich gekriegt.»
Und danach ging es aufwärts?
SN: «Schön wär's. Ein paar Wochen später
habe ich wieder in der 'Aarebar' aufgelegt. Ich
war nicht so gut drauf und den Leuten passte mein
Sound nicht. Da pfiffen sie mich aus. Das war
ziemlich hart, hat mich aber angespornt und gelehrt,
mehr auf die Leute zu achten. Denn Sie sind es,
die den Lohn des DJ's bezahlen.»
Wieso hast Du eigentlich von House zu Trance gewechselt?
SN: «Nach sechs Jahren als House-DJ haben
mich bereits die ersten Trance-Songs fasziniert.
Ich spürte sofort, dass das die Musik ist, auf
die ich gewartet hatte. Musik, die meinem Herz
entspringt! Und weil ich einer der ersten war
der Trance spielte, stach ich aus der Masse der
DJ's heraus.»
Heute ist DJ Snowman der Inbegriff für Trance
in der Schweiz und Du legst an jedem Mega-Rave
auf. Wie kannst Du Dich noch steigern?
SN: «Hier in der Schweiz habe ich tatsächlich
fast alles erreicht. Diesen Erfog will ich auf
alle Fälle halten. Doch ich habe auch neue Ideen
und Ziele, die ich 1999 mit aller Kraft verfolge
und erreichen will.»
Und was sind das für Ziele?
SN: «Ich will im deutschen Markt Fuss fassen.
Deshalb bin ich seit September beim deutschen
Label 'Fog Area' unter Vertrag.
Deshalb die Trennung vom langjährigen «Harem»-Kollegen
DJ Mind-X?
SN: «Nein. Wir haben uns zur Lancierung
unserer Karrieren gegenseitig geholfen. Doch wir
sind zwei eigenständige Persönlichkeiten, die
sich in verschiedene Richtungen entwickelt haben.
Deshalb haben wir uns getrennt.»
Auf Deinem Label «Friendship Rec.» sind Namen
von prominenten Produzenten vertreten. Kannst
Du ein paar nennen?
SN: «Sicher: Karuma (Ayla/DJ Tandu), Wizards
of Sonic (Kai Tracid), Spellbound (Torsten Stenzel),
Y (DJ Wag und Y.O.M.C).»
Du kannst heute von Deinem Job als DJ sehr
gut leben. Welche Tips gibst Du einem Neueinsteiger?
SN: «Viel und hart arbeiten, Finger weg
von Drogen, kein Illusionen. Ich habe achte Jahre
hart an mir gearbeitet und auf vieles verzichtet,
bis ich den Durchbruch geschafft habe. House ist
der beste Einstieg für einen Anfänger, denn aufgrund
des Grooves ist House in bezug auf das Mixen sehr,
sehr anspruchsvoll.»
Wie zeichnet sich für Dich ein guter DJ aus?
SN: «Da gehen die Meinungen auseinander.
Ich bin überzeugt, dass es nebst der guten Mixtechnik
vor allem ein Gefühl für das Publikum braucht.
Man muss beim Beobachten der Leute erkennen, auf
was sie stehen. Wer das nicht kann oder will,
soll besser Zuhause Musik machen.»
Und wie hat sich das Publikum verändert?
SN: «Es ist viel breiter geworden. Die
Kommerzialisierung der Techno-Welle hat das Ganze
'volkstümlich' gemacht. Früher hat man auf Parties
nur Insider getroffen. Heute besuchen ganze Familien
die Raves. Techno hat die Grenzen überschritten
und Strukturen aufgelöst - das finde ich gut.
Denn genau deshalb lebt Techno ewig weiter!» |
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