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Interview mit CJ
Stone |
vom 12.0.2000 |
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CJ ist ja sicherlich nicht Dein
richtiger Name, verrat uns doch mal wo Du Dir
den eingehandelt hast.
CJ: Tja den hat mir ein Freund aufgedrückt,
da ich früher auf Parties immer schon mit
Cassetten gemixt habe und so wurde ich halt Cassetten
Jockey getauft!
Wie lange ist das her mit Deinen Anfängen?
CJ: Etwa elf Jahre. Produziern tue ich
seit etwa sechs Jahren, mit Leuten wie den Bassbumpers,
Caba Kroll, Mark Spoon, Markus Gardeweg, Miss
Peppermint und natürlich den Bad Habit Boys...
"Infinity" wird zur Zeit als die
Kontorhymne gehandelt, räumt in allen Clubs
ab, welchen Platz nimmt die Scheibe in Deinem
eigenen Case ein?
CJ: Na is ja klar, ich spiele rauf und
runter. Ich denke wenn ich einen Track produziere
den ich selber nicht zum Einsatz bringe, kann
ich das Ding auch gleich wieder wegwerfen. Es
steckt einen Menge Arbeit drin und wenn sich dass
auf der Tanzfläche auszahlt, bin ich natürlich
superglücklich darüber!
Was findet generell so den Weg in Dein Set,
spielst Du hauptsächlich die melodische Schiene
in die man Infinity einordnen könnte?
CJ: Ich bin da recht flexibel, spiele auch
gerne etwas härtere Sounds, beziehungsweise
progressiven Holland-House. Vorher weiss ich das
aber selten, ich versuche mich immer auch nach
der Crowd zu richten. Wenn die Ihren Spass hat
gehts mir eben genauso!
Heute liegen noch zwei Stunden in Tarp (Anmerk.
d. Red.: Fantasy-Music Hall in Tarp bei Flensburg)
vor Dir, was hälst Du von der Location?
CJ: Ich muss sagen ich habe schon sehr
viel Gutes über die Music Hall gehört
und hoffe natürlich, dass die Leute so mitgehen
wie ich es erwarte!
Du bist Gebürtiger Kölner, wohnst
jetzt in Mühlheim. In den hohen Norden gings
per Flugzeug?
CJ: Auf jeden Fall, wir waren gestern noch
in Stuttgart unterwegs und morgen gehts dann Heim.
Das Phänomen mit einer Hitscheibe im Rücken
unterwegs zu sein macht sicherlich auch einiges
aus?!
CJ: Zur Zeit läuft es natürlich
sehr gut, ich bin vorher schon immer gut ausgebucht
gewesen aber ein Hit im Rücken, wie Du so
schön meintest, bietet einem aber immer auch
die Gelegenheit in Clubs aufzulegen in die man
nicht so häufig kommt, das ist für einen
DJ natürlich immer ein schöne Herausforderung.
Wohin hat es Dich zuletzt so verschlagen, hauptsächlich
Deutschland oder doch auch mehr ins Ausland?
CJ: Letzte Woche war ich in Stendal. Österreich
und die Schweiz wird jetzt mehr, wir haben ein
wirklich gutes Label in England gefunden, dort
sind die letzten Scheiben gut angekommen, ich
denke dahin wird es in Zukunft auch häufiger
gehen.
Du erwähnst den englischen Markt. Eigentlich
stark mit housigeren Sounds vorbelastet, scheint
der Trend in den schnellsten Charts Europas doch
auch in Richtung Trance zu gehen. Ich denke da
an Kollegen ATB, der auf der Insel ja einen richtigen
Lauf zu haben scheint?
CJ: England ist auf jeden Fall recht interessant
geworden. ATB hat es vorgemacht, früher war
mit diesem Sound maximal ein Platz unter den Top
30 zu kriegen. Scheiben wie Storm oder Darude
zeigen aber die Möglichkeit, auch die Top
Ten zu knacken. Ich bin da sehr zuversichtlich.
Also England ruft?
CJ: Auch! Das Hauptaugenmerk hat aber auf
jeden Fall der deutsche Markt verdient. Hier bin
ich gross geworden und hier geht es definitiv
richtig gut ab zur Zeit.
Was erwartet uns auf der nächsten CJ Stone
12inch?
CJ: Das Follow Up zu Infinity birgt vielleicht
eine kleine Überraschung.
Etwa was gecovertes?
CJ: Ja, tatsächlich. Allerdings nichts
wirklich bekanntes. Ich denke ein sowieso schon
erfolgreiches Thema neu zu verwursten birgt keinen
grossen Reiz. Das Thema zu der neuen CJ Stone
hab ich auf einer alten CD von meinem kleinen
Bruder entdeckt. Der hört recht seltsame
Sachen, zum Teil, ich hatte mir das Teil schon
vor anderhalb Jahren vorgenommen und nun isses
endlich fertig. Gut Ding will eben Weile haben
;-).
Die Idee kam von einer alten CD Deines Bruders?
Holst Du Dir Deine Inspiration gern aus anderen
Musikrichtungen?
CJ: (lacht) Natürlich. Ich höre gerne
Radio im Auto, wenn ich in der richtigen Stimmung
bin, kommen die seltsamsten Ideen überall
her. Es kann auch mal sein dass mich ein geiler
Sonnenuntergang auf die richtige Schiene bringt.
Immer anders!
Du bist jetzt bereits eine geraume Zeit bei
Kontor Rec. und produzierst unter anderem ja auch
mit Markus Gardeweg zusammen!
CJ: Kontor ist für mich eines der
besten Label wenn man einen Dance Track machen
will. Nicht nur weil sie einen guten Namen haben,
sie tun auch wirklich was, um die Scheiben nach
vorne zu bringen. Es ist wie eine kleine Familie
bei der alle am selben Strang ziehen, das macht
wirklich Spass.
Kontor hat in diesem Jahr, wieder mal, von
den Deutschen Dance Charts die höchste Dance-Kompetenz
zuerkannt bekommen. Wie sieht das Arbeiten mit
dem Label aus. Wird Dir in die Tracks reingeredet
oder läuft da alles nur nach Deiner Nase?
CJ: Reingeredet wird einem da nie. Wenn
ich einen Track habe mit dem ich zufrieden bin
dann soll der auch genauso raus. In erster Linie
steht ja mein Name drauf und der sollte auch drin
stecken. Sicher lässt man sich auch mal was
sagen, ich verändere ständig meine Stücke,
wenn es nach mir ginge würde ich im Nachhinein
auch bei der Infinity wieder einiges anders machen.
Mein Platz ist hauptsächlich im Studio, das
ist meine Welt und da lebe ich mich aus.
Welchen Stellenwert hat das Auflegen im Verhältnis
dazu?
CJ: Es gibt auch fürs Produzieren
nichts Wichtigeres als den Kontakt zum Publikum.
Ich versuche ständig die Stimmung in mich
aufzusaugen und von jedem Gig etwas mitzunehmen.
Wenn man die Reaktion der Leute zu lesen versteht,
fällt es auch oft leichter gute Sachen an
den Maschinen umzusetzen. Manche Sachen bringen
eben mehr Resonanz als andere, ganz klar!
Eben diese Resonanz hast Du sicher auch heute
abend zu genüge! Die Plattenspieler rufen
schon nach Dir und wir wollen Dich den Leuten
auch keinen Moment länger vorenthalten! Vielen
Dank für Deine Zeit, die letzten Worte gehören
bei uns IMMER dem DJ, oder in diesem Fall dem
CJ.
CJ: Ja, bleibt sauber, immer schön
feiern (grinst) und Finger weg von den Drogen!!!
Da können wir uns nur anschliessen! Danke
an CJ Stone. |
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